Das Wichtigste in Kürze
- Gebäudeautomation nachrüsten heißt im Bestand selten „alles neu“. Meist geht es um wenige, gut gewählte Bausteine: Messung, raumweise Regelung der Heizung, bedarfsgeführte Lüftung und eine Leittechnik, die Daten offen weitergibt.
- Der Bedarf ist groß: In Deutschland gibt es rund 1,98 Millionen beheizte oder gekühlte Nichtwohngebäude [3]. Von den rund 329.000 Büro- und Verwaltungsgebäuden wurden knapp 62 % vor der ersten Wärmeschutzverordnung von 1977 errichtet [4].
- Die Reihenfolge entscheidet: erst messen, dann regeln. Monitoring und Betriebsoptimierung können laut dena-Dossier oft 10 bis 30 % der Energiekosten einsparen, ohne große Investitionen [7].
- Studien zeigen messbare Effekte, aber mit großer Spannweite: bedarfsgeführte Lüftung senkte in Fallstudien die Ventilatorenergie um 25 bis 55 % [10], raumweise Thermostatregelung in Wohngebäuden den Wärmeverbrauch um 7,1 bis 23,3 % [11]. Präsenzgeführte Regelung spart dagegen nicht automatisch [12].
- Rechtlich relevant sind die Pflicht zur raumweisen Temperaturregelung (§ 63 GModG) [1] und für Nichtwohngebäude mit mehr als 70 kW Nennleistung die Pflicht zur Gebäudeautomation bis 31.12.2029 (§ 56 GModG) [2].
Viele Bestandsgebäude werden heute noch so betrieben, wie sie vor Jahrzehnten geplant wurden: Heizkurve fest eingestellt, Lüftung nach Zeitprogramm, Thermostatventile ohne Rückmeldung. Wer Gebäudeautomation nachrüsten möchte, muss das Gebäude dafür nicht entkernen. Entscheidend ist, zuerst zu verstehen, wie das Gebäude tatsächlich läuft, und dann gezielt die Regelung dort zu verbessern, wo Messdaten einen Hebel zeigen. Dieser Artikel richtet sich vor allem an das Facility Management, aber auch an Systemintegratoren, Heizungs- und Lüftungsbauer sowie Eigentümer von Bürogebäuden.
Warum Bestandsgebäude kaum automatisiert sind
Der deutsche Nichtwohngebäudebestand ist groß und alt. Das Institut Wohnen und Umwelt (IWU) schätzt in seiner Primärdatenerhebung die Zahl der beheizten oder gekühlten Nichtwohngebäude auf rund 1,98 Millionen [3]. Allein bei den Büro- und Verwaltungsgebäuden zählt die dena rund 329.000 Gebäude; knapp 62 % davon wurden vor 1978 gebaut, sie stehen für etwa die Hälfte der Nutzfläche [4]. Ihr Endenergieverbrauch lag bei 86,6 TWh, davon 55,3 TWh für Raumwärme und Warmwasser [4]. Über alle Nichtwohngebäude betrug der Endenergieverbrauch für Wärme im Jahr 2024 rund 214,1 TWh [5].
Wie viele dieser Gebäude eine nennenswerte Gebäudeautomation haben, erfasst keine amtliche Statistik. Ein Bericht des Borderstep Instituts stellt fest, dass Gebäudeautomation „nach wie vor ein Nischendasein“ führt und dass für diese Technik keine Verkaufsstatistiken geführt werden [6]. Auch die Gebäudedatenbank des IWU nennt in den hier geprüften Teilen keine Quote für Gebäude mit Gebäudeleittechnik. Belastbar ist deshalb nur die qualitative Aussage: Ein großer Teil des Bestands wird ohne durchgängige Mess-, Steuer- und Regeltechnik betrieben.
Dazu kommt, dass die Gebäude seltener umfassend modernisiert werden, als die Anlagen altern. Das IWU beziffert die Modernisierungsrate der Gebäudehülle für alle Nichtwohngebäude auf 0,7 % pro Jahr, für Altbauten auf 1,1 % pro Jahr [3]. Wer auf die nächste Kernsanierung wartet, wartet bei vielen Gebäuden also Jahrzehnte. Genau deshalb ist das schrittweise Nachrüsten interessant: Es verbessert den Betrieb, ohne an einen Großumbau gebunden zu sein.
Ursachen: Was im Bestand fehlt und warum
Um zu verstehen, was sich nachrüsten lässt, hilft ein Blick auf die drei Ebenen, aus denen jede Gebäudeautomation besteht.
Feldebene: Sensoren messen (Temperatur, CO₂, Präsenz, Zählerstände), Stellantriebe handeln (Ventile, Klappen, Ventilatoren). In vielen Altbauten gibt es hier nur mechanische Thermostatventile und einen Außentemperaturfühler an der Heizung. Der einzelne Raum „meldet“ nichts zurück.
Automationsebene: Regler verarbeiten Messwerte und geben Stellbefehle. Im Bestand findet man oft Insellösungen: ein Heizungsregler vom Kesselhersteller, eine eigene Steuerung der Lüftungsanlage, eine Zeitschaltuhr für die Beleuchtung. Diese Systeme sprechen meist nicht miteinander.
Managementebene: Die Gebäudeleittechnik (GLT) zeigt Zustände an, speichert Daten und ermöglicht Eingriffe. Wo sie existiert, ist sie häufig veraltet, an einen Hersteller gebunden oder nur an wenige Anlagen angebunden.
Daraus ergeben sich drei typische Ursachen für den geringen Automationsgrad:
- Fehlende Daten: Ohne Raumdaten weiß niemand, welche Räume überheizt sind, wann sie belegt sind und ob die Lüftung zur Nutzung passt.
- Geschlossene Systeme: Ältere Anlagen nutzen herstellerspezifische Protokolle. Jede Erweiterung bindet an denselben Anbieter oder braucht Gateways.
- Hoher Eingriff bei Verkabelung: Neue Busleitungen in belegten Büros zu verlegen, ist aufwendig und stört den Betrieb. Das schreckt viele Eigentümer ab.
Die gute Nachricht: Für alle drei Ursachen gibt es heute Lösungen, die kein komplettes Neusystem erfordern.
Abbildung 1: Ebenen einer nachgerüsteten Gebäudeautomation. Offene Protokolle verbinden alte und neue Komponenten. Eigene Darstellung.
Folgen und typische Fehler beim Nachrüsten
Ein Gebäude ohne raumweise Regelung heizt nach dem ungünstigsten Raum. Damit der kälteste Raum warm wird, steigt die Vorlauftemperatur für alle. Die übrigen Räume werden überheizt, Nutzer öffnen Fenster, und Wärme geht verloren. Bei der Lüftung ist es ähnlich: Läuft eine Anlage mit festem Volumenstrom für Vollbelegung, wird auch dann gelüftet und erwärmt, wenn der Besprechungsraum leer ist.
Beim Nachrüsten entstehen dagegen eigene Fehler. Drei davon kommen besonders häufig vor:
Über-Engineering. Es wird ein umfassendes System mit hunderten Datenpunkten geplant, ohne zu wissen, welche davon im Betrieb gebraucht werden. Das Projekt wird teuer, langsam und schwer zu pflegen. Besser ist ein Start mit wenigen, gut begründeten Funktionen.
Keine Inbetriebnahme. Regelungen funktionieren nur, wenn Sollwerte, Zeitprogramme und Regelparameter zum Gebäude passen. Die Autoren der Fallstudien zur bedarfsgeführten Lüftung betonen ausdrücklich, dass eine Inbetriebnahme nötig ist, um die Einsparungen zu erreichen und zu halten [10]. Für neue Nichtwohngebäude schreibt § 56 Abs. 3 GModG eine technische Inbetriebnahme einschließlich Einregulierung vor, die mindestens eine Heizperiode umfasst [2]. Auch im Bestand ist diese Phase der Kern jedes Projekts.
Kein Monitoring danach. Ohne laufende Auswertung verfällt die Wirkung: Nutzer stellen Sollwerte hoch, Zeitprogramme werden „vorübergehend“ geändert, Fühler fallen aus. Die dena empfiehlt deshalb, Verbräuche und Anlagen dauerhaft zu überwachen, zu protokollieren, mit Zielwerten zu vergleichen und einen Zuständigen für das Energiemanagement zu benennen [7].
Weitere Fehler sind Insellösungen ohne offene Schnittstelle, Funksensoren ohne Konzept für Batteriewechsel und fehlende Einbindung der Nutzer. Wenn niemand erklärt, warum ein Raum am Abend absenkt, wird die Regelung schnell umgangen.
Gebäudeautomation nachrüsten: Die richtige Reihenfolge
Die wichtigste Regel lautet: erst messen, dann regeln. Der Grund ist einfach. Eine Regelung ist nur so gut wie das Wissen über das Gebäude. Wer nicht weiß, wann Räume belegt sind, wie sich CO₂ im Tagesverlauf entwickelt und wie viel Wärme das Gebäude außerhalb der Nutzungszeiten verbraucht, kann weder sinnvolle Sollwerte festlegen noch den Erfolg einer Maßnahme belegen.
Die dena nennt für den Einstieg Maßnahmen, die ohne neue Regelungstechnik auskommen: Heizkurve und Vorlauftemperatur anpassen, unnötige Betriebszeiten erkennen und abstellen, Störungen schnell finden und beheben [7]. Durch Monitoring und Betriebsoptimierung lassen sich laut dem Dossier, das sich auf das AMEV-Energiehandbuch bezieht, oft 10 bis 30 % der Energiekosten ohne große Investitionen einsparen [7]. Diese Spanne ist ein Erfahrungswert und kein garantiertes Ergebnis für jedes Gebäude.
Daraus ergibt sich ein Stufenplan:
- Messen: Raumklima, Belegung und Verbräuche über mindestens einige Wochen erfassen, idealerweise über eine Heizperiode.
- Analysieren: Muster erkennen, etwa Überheizung, Leerlaufzeiten, hohe CO₂-Werte in einzelnen Räumen.
- Betrieb optimieren: Zeitprogramme, Heizkurven, Sollwerte korrigieren – oft ohne neue Hardware.
- Regelung nachrüsten: Dort, wo die Daten einen Hebel zeigen: raumweise Regelung, bedarfsgeführte Lüftung, Anbindung an die Leittechnik.
- Inbetriebnahme und Einregulierung: Parameter prüfen, Funktionen testen, Nutzer informieren.
- Monitoring: Wirkung belegen, Abweichungen erkennen, nachsteuern.
Abbildung 2: Stufenplan zum Nachrüsten. Das Monitoring speist die nächste Analyse. Eigene Darstellung in Anlehnung an die Empfehlungen der dena [7].
Für die digitale Seite dieses Vorgehens bietet die Seite Digitale Transformation Ihres Gebäudes einen Überblick, wie Messung, Daten und Regelung zusammenspielen können.
Einzelraumregelung nachrüsten
Was das Gesetz verlangt
Das Gebäudemodernisierungsgesetz verpflichtet in § 63 dazu, wasserbasierte Heizungsanlagen mit einer selbsttätig wirkenden Einrichtung zur raumweisen Regelung der Raumtemperatur auszustatten [1]. Fehlt diese Ausstattung in einem bestehenden Gebäude, muss der Eigentümer sie nachrüsten (§ 63 Abs. 3) [1]. In Nichtwohngebäuden ist für Räume gleicher Art und Nutzung eine Gruppenregelung zulässig (§ 63 Abs. 2) [1]. Ausnahmen gibt es unter anderem für Fußbodenheizungen in sehr kleinen Räumen und für Einzelfeuerstätten; für vor dem 1. Februar 2002 eingebaute Fußbodenheizungen gelten Sonderregeln (§ 63 Abs. 1 und 4) [1].
Allgemeine Information, kein Rechtsrat (Stand: Oktober 2026). Für die Bewertung eines konkreten Gebäudes ist eine Fachplanerin, ein Energieberater oder eine Rechtsberatung zuständig.
Ein klassisches Thermostatventil erfüllt die Grundforderung in vielen Fällen bereits. Wer die Einzelraumregelung nachrüsten möchte, um mehr zu erreichen, setzt auf elektronische Stellantriebe, die Zeitprogramme, Fensterkontakte oder Belegungsdaten berücksichtigen und Daten an eine zentrale Stelle melden.
Was Studien zur raumweisen Regelung zeigen
Eine Langzeit-Feldstudie in Polen untersuchte neun bestehende Mehrfamilienhäuser in drei Gruppen über mehrere Heizperioden. Nach Einbau beziehungsweise Erneuerung von Thermostatventilen sank der Wärmeverbrauch je nach Modernisierungsvariante um 7,1 bis 23,3 % [11]. Die Grenze dieser Studie: Es handelt sich um Wohngebäude mit mechanischen Thermostatventilen, nicht um Büros mit elektronischer Regelung. Die Zahlen zeigen die Größenordnung, sind aber nicht direkt übertragbar.
Für Nichtwohngebäude arbeitet die Normung mit pauschalen Faktoren. Die DIN EN ISO 52120-1 enthält eine Liste von Automations- und Regelungsfunktionen und ein Faktorverfahren, mit dem sich deren Wirkung für typische Gebäudearten grob abschätzen lässt [9]. Die dena nennt auf Grundlage der Vorgängernorm DIN EN 15232 ein Beispiel: Beim Wechsel eines Bürogebäudes von Effizienzklasse C nach B lassen sich rund 20 % der thermischen und 7 % der elektrischen Energie einsparen; diese Werte ließen sich in der Praxis häufig bestätigen [8]. Solche Faktoren sind Rechenwerte für ein Typgebäude, keine Messwerte für ein bestimmtes Objekt.
Präsenzsteuerung Heizung: wann sie wirkt und wann nicht
Die Idee klingt einleuchtend: Leere Räume brauchen keine Komforttemperatur. Eine Präsenzsteuerung der Heizung senkt den Sollwert, wenn ein Raum nicht genutzt wird, und hebt ihn rechtzeitig wieder an. Wie das mit Belegungsdaten umgesetzt werden kann, beschreibt die Seite Heizungssteuerung nach Belegung.
Die Forschung mahnt allerdings zur Vorsicht. Eine Untersuchung in US-Studentenwohnheimen (Woolley et al., 2014) fand bei belegungsabhängigen Thermostaten während des normalen Semesterbetriebs nur 0 bis 6,4 % Einsparung, in den kaum belegten Sommermonaten dagegen 20 bis 30 % [12]. Die Autoren nennen die Gründe: Die beim Absenken gesparte Energie wird beim Wiederaufheizen teilweise wieder verbraucht, kurze Abwesenheiten lassen die Raumtemperatur kaum sinken, und benachbarte belegte Räume „heizen“ leere Räume mit [12]. Die Studie betraf Kühlung, nicht Heizung; die Mechanismen lassen sich aber übertragen: Präsenzsteuerung lohnt sich vor allem bei langen, planbaren Leerzeiten, etwa in Besprechungs-, Schulungs- oder selten genutzten Büroräumen.
Ein Übersichtsartikel zu belegungsorientierten Regelungen fand zudem, dass von 120 Veröffentlichungen nur 42 eine echte Umsetzung im Gebäude enthielten; der Rest waren Konzepte oder Simulationen [18]. Die Evidenz aus realen Gebäuden ist also schmaler, als Marketingaussagen vermuten lassen.
Rechenbeispiel (eigene Annahmen): Ein Bürogebäude verbraucht 300.000 kWh Wärme pro Jahr. Angenommen, eine nachgerüstete raumweise Regelung spart 10 % – also eine Annahme am unteren Rand der oben genannten Spannen, weil der Bestand bereits Thermostatventile hat. Dann sinkt der Verbrauch um 30.000 kWh pro Jahr. Ob dieser Wert erreicht wird, hängt von Ausgangszustand, Nutzung, Hydraulik und Inbetriebnahme ab und lässt sich nur mit einer Vorher-nachher-Messung belegen.
Lüftungssteuerung nach CO₂
Bei Gebäuden mit mechanischer Lüftung ist die bedarfsgeführte Regelung einer der wirksamsten Bausteine. Die Lüftungssteuerung nach CO₂ nutzt die CO₂-Konzentration als Hinweis auf die Belegung: Steigt der Wert, erhöht die Anlage den Volumenstrom; sinkt er, reduziert sie ihn. Hintergrund und Umsetzung beschreibt die Seite Bedarfsgeführte Lüftung nach CO₂.
Als Orientierung für die Regelung dienen häufig die hygienischen Leitwerte des Ausschusses für Innenraumrichtwerte beim Umweltbundesamt: Unter 1.000 ppm gilt die Raumluft als hygienisch unbedenklich, zwischen 1.000 und 2.000 ppm als hygienisch auffällig, über 2.000 ppm als hygienisch inakzeptabel [13].
Belastbare Messdaten liefern Fallstudien aus Belgien (Merema et al., 2018): Untersucht wurden bedarfsgeführte Lüftungsanlagen in zwei Klassenräumen und drei Großraumbüros über mindestens zwei typische Wochen im Herbst und Winter. Im Vergleich zu einer Anlage mit konstantem Volumenstrom (ausgelegt auf 29 m³/h pro Person) sank die Ventilatorenergie um 25 bis 55 % und der Lüftungswärmeverlust um 25 bis 32 %, bei weiterhin guter Luftqualität [10]. Die Grenzen: wenige Gebäude, kurze Messzeiträume, und die Einsparung hängt davon ab, wie stark die Belegung schwankt. Ein Raum, der immer voll ist, spart kaum.
Bei Gebäuden ohne mechanische Lüftung lässt sich die CO₂-Messung trotzdem nutzen: als Lüftungsampel für die Fensterlüftung oder als Datengrundlage für die Entscheidung, ob eine Anlage nachgerüstet werden sollte.
Gebäudeleittechnik modernisieren
Eine alte GLT muss nicht vollständig ersetzt werden. Oft genügt es, sie schrittweise zu öffnen: Gateways übersetzen herstellerspezifische Daten in offene Protokolle, neue Unterstationen werden nach offenem Standard angebunden, und eine Datenplattform führt Zähler, Raumsensoren und Anlagendaten zusammen.
Das Gesetz zeigt, worauf es ankommt. § 56 Abs. 2 GModG fordert von einem System für Gebäudeautomatisierung unter anderem, Verbräuche und Anlagen kontinuierlich zu überwachen, zu protokollieren und zu analysieren, Daten über eine gängige, frei konfigurierbare Schnittstelle bereitzustellen, Effizienzverluste zu erkennen und die Raumklimaqualität zu überwachen [2]. Die dena weist darauf hin, dass ohne standardisierte Schnittstellen das spätere Nach- und Umrüsten erschwert wird [7]. Wer die Gebäudeleittechnik modernisieren will, sollte deshalb zuerst die Schnittstellen klären und erst dann Bedienoberflächen auswählen.
Wie Daten aus verschiedenen Systemen in eine gemeinsame Sicht und weiter in CAFM- oder BI-Software fließen können, beschreibt die Seite Umfassende Datenintegration.
Offene Protokolle im Überblick
Offene Protokolle sind die Grundlage dafür, dass Komponenten verschiedener Hersteller zusammenarbeiten. Die wichtigsten im Gebäudebereich:
- BACnet ist als ISO 16484-5 international genormt und definiert Kommunikationsdienste für die Überwachung und Regelung von Heizung, Lüftung, Klima und Kälte [14]. Es ist vor allem auf der Automations- und Managementebene verbreitet.
- KNX ist als EN 50090 und ISO/IEC 14543-3 genormt und unterstützt Übertragung über Zweidrahtleitung, Funk, Powerline und IP [15]. Typische Einsatzfelder sind Raumautomation, Licht und Verschattung.
- Modbus ist ein offen dokumentiertes, einfaches Protokoll, das häufig in Zählern, Wärmepumpen und Anlagenreglern zu finden ist.
- EnOcean basiert auf dem Funkstandard ISO/IEC 14543-3-10, der für sehr energiesparende, teils batterielose Geräte mit Energy Harvesting ausgelegt ist [16][17].
- LoRaWAN ist ein Funkprotokoll für große Reichweiten bei geringem Energiebedarf; die ITU hat es 2021 als Empfehlung Y.4480 anerkannt [19].
Keines dieser Protokolle ist „das richtige“ für jedes Gebäude. Die Wahl hängt davon ab, was schon vorhanden ist, welche Gewerke beteiligt sind und wer das System später betreut.
Kabelgebunden oder Funk: Nachrüstung im Vergleich
Die Frage nach einer KNX-Alternative stellt sich im Bestand oft nicht grundsätzlich, sondern ganz praktisch: Lohnt es sich, neue Leitungen zu ziehen, oder reicht Funk? Die folgende Tabelle fasst die typischen Unterschiede zusammen. Sie ersetzt keine Fachplanung.
| Kriterium | Kabelgebunden (z. B. KNX TP, BACnet/IP, Modbus RTU) | Funk (z. B. KNX RF, EnOcean, LoRaWAN, WLAN) |
|---|---|---|
| Eingriff in die Bausubstanz | Hoch: Leitungen, Schlitze, Brandschotts | Gering: Montage auf Putz, oft ohne Leitungen |
| Störung im laufenden Betrieb | Höher, Arbeiten in belegten Räumen | Niedriger, schnelle Montage |
| Zuverlässigkeit der Übertragung | Sehr hoch, unabhängig von Wänden | Abhängig von Bausubstanz, Reichweite und Funkplanung |
| Energieversorgung der Geräte | Über Bus oder Netz | Batterie, Energy Harvesting oder Netz; Batteriewechsel einplanen |
| Typischer Einsatz | Neubau, Kernsanierung, zentrale Anlagen | Bestand, Mietflächen, Messung, Raumsensorik |
| Lebensdauer der Installation | Lang, Leitungen bleiben | Geräte- und batterieabhängig |
| Erweiterbarkeit | Gut, wenn Reserven geplant sind | Gut, solange Funkkapazität und Gateways reichen |
| Sicherheitsaspekte | Physischer Zugriff nötig | Verschlüsselung und Schlüsselverwaltung beachten |
In der Praxis entstehen häufig Mischformen: Zentrale Anlagen bleiben kabelgebunden, Raumsensoren und einzelne Stellantriebe kommen per Funk dazu. Funksensoren eignen sich besonders gut für die Messphase, weil sie schnell installiert und später wieder umgesetzt werden können. Mehr zu Sensornetzen im Bestand beschreibt die Seite IoT-Sensorik für Gebäude.
Was die Evidenz zeigt – und was nicht
Die folgende Übersicht stellt die in diesem Artikel zitierten Einsparwerte nebeneinander. Wichtig: Die Werte stammen aus unterschiedlichen Gebäudetypen, Methoden und Bezugsgrößen und dürfen nicht direkt miteinander verglichen oder addiert werden.
| Maßnahme | Ergebnis | Gebäude / Methode | Quelle |
|---|---|---|---|
| Monitoring und Betriebsoptimierung | oft 10–30 % der Energiekosten | Erfahrungswert, AMEV-Energiehandbuch | [7] |
| GA-Effizienzklasse C → B (Büro) | ca. 20 % thermisch, 7 % elektrisch | Normverfahren DIN EN 15232, Typgebäude | [8] |
| Bedarfsgeführte Lüftung (CO₂) | 25–55 % Ventilatorenergie, 25–32 % Lüftungswärmeverlust | 2 Klassenräume, 3 Großraumbüros, Messung | [10] |
| Thermostatventile, raumweise Regelung | 7,1–23,3 % Wärme | 9 Mehrfamilienhäuser, Langzeitmessung | [11] |
| Belegungsabhängige Thermostate | 0–6,4 % (Normalbetrieb), 20–30 % (geringe Belegung) | Studentenwohnheime, Kühlung, Messung | [12] |
Abbildung 3: Einsparspannen aus den zitierten Quellen. Unterschiedliche Bezugsgrößen, nicht vergleichbar oder addierbar. Quellen: [7], [8], [10], [11], [12].
Drei Lehren lassen sich daraus ziehen. Erstens: Die größten Effekte zeigen sich dort, wo Bedarf und Betrieb stark auseinanderliegen, etwa bei schwankender Belegung. Zweitens: Pauschale Prozentwerte aus Normen oder Herstellerangaben sind Rechenwerte. Drittens: Nur eine Messung vor und nach der Maßnahme zeigt, was im eigenen Gebäude tatsächlich passiert.
Pflicht zur Gebäudeautomation nach § 56 GModG
Für viele Nichtwohngebäude wird das Nachrüsten nicht nur sinnvoll, sondern verpflichtend. Nach § 56 Abs. 1 GModG müssen Nichtwohngebäude mit einer Heizungs-, Klima- oder kombinierten Lüftungsanlage mit einer Nennleistung von mehr als 70 kW bis zum 31. Dezember 2029 mit einem System für die Gebäudeautomatisierung und -steuerung ausgestattet werden, sofern dies technisch möglich und wirtschaftlich zumutbar ist [2]. Absatz 6 verlangt für dieselben Gebäude bis zum gleichen Datum eine automatische Beleuchtungssteuerung mit Präsenzerkennung, mit denselben Ausnahmen [2].
Die Anforderungen an das System – Überwachung, Protokollierung, Analyse, offene Schnittstelle, Erkennung von Effizienzverlusten, Überwachung der Raumklimaqualität [2] – decken sich weitgehend mit dem hier beschriebenen Stufenplan. Wer heute mit Messung und offener Datenhaltung beginnt, baut also auf etwas auf, das später ohnehin gebraucht wird.
Allgemeine Information, kein Rechtsrat (Stand: Oktober 2026). Ob und wie die Pflicht für ein bestimmtes Gebäude gilt, klären Sie mit Fachplanung, Energieberatung oder Rechtsberatung.
Smart Building Lösung im Bestand: Wer was macht
Ein nachgerüstetes System ist immer Teamarbeit. Das Facility Management kennt den Betrieb und die Nutzer. Heizungs- und Lüftungsbauer verantworten Hydraulik, Anlagen und deren Einstellung. Systemintegratoren verbinden die Gewerke und richten die Leittechnik ein. Eigentümer und Betreiber entscheiden über Ziele und Budget. Eine Smart Building Lösung im Bestand funktioniert dann, wenn diese Rollen klar sind und alle mit denselben Daten arbeiten. Für Eigentümer und Betreiber fasst die Seite Eigentümer und Betreiber die typischen Fragen zusammen.
In Büros ist die Heizungssteuerung im Gewerbe oft der erste Ansatzpunkt, weil Nutzungszeiten klar sind und viele Räume ähnlich genutzt werden. Typische Besonderheiten von Bürogebäuden beschreibt die Seite Büros.
Wie Nebatic dabei unterstützt
Nebatic setzt am Anfang des Stufenplans an: bei Messung und Daten. Die eigenen Geräte Nebatic Core und Nebatic AirSense erfassen unter anderem CO₂, Feinstaub, VOC, Temperatur und Luftfeuchte und werden per WLAN angebunden. Die Plattform zeigt Live-Werte, Verläufe, Auffälligkeiten und Hinweise und erstellt Berichte. Vorhandene Sensoren, Zähler und Gebäudesysteme lassen sich einbinden; über Schnittstellen gelangen die Daten auch in CAFM-, BI- oder ESG-Werkzeuge der Kunden. Mit einem Audit über einen vereinbarten Zeitraum lassen sich Ausgangszustand und Wirkung einer Maßnahme vorher und nachher vergleichen.
Für die Regelung entwickelt Nebatic bedarfsgeführte Ansätze individuell und gemeinsam mit den vorhandenen Systemen und den ausführenden Fachbetrieben. Nebatic ist kein KNX-Installateur und baut keine klassische Gebäudeautomation ein; Installation, Anlagenbau und Inbetriebnahme der Gewerke bleiben bei Integratoren, Heizungs- und Lüftungsbauern. Einen Überblick gibt die Seite Digitale Transformation Ihres Gebäudes.
Grenzen und Risiken
- Automation ersetzt keine Sanierung. Eine bessere Regelung senkt Verluste im Betrieb, aber keine Wärmeverluste durch eine ungedämmte Hülle oder eine schlecht abgeglichene Hydraulik. Ein hydraulischer Abgleich und die Prüfung der Anlagen gehören in die Hand von Fachbetrieben.
- Einsparwerte sind nicht übertragbar. Die zitierten Studien beziehen sich auf bestimmte Gebäude und Zeiträume. Für das eigene Gebäude zählt nur die eigene Messung.
- Komfort und Gesundheit gehen vor. Absenkungen und reduzierte Lüftung dürfen Raumklima und Luftqualität nicht verschlechtern. Bei gesundheitlichen Beschwerden von Beschäftigten ist die Betriebsärztin oder der Betriebsarzt die richtige Ansprechperson.
- Sicherheitsrelevante Systeme bleiben getrennt. Brandmelde-, Rauchabzugs- und andere sicherheitsrelevante Anlagen werden nicht durch Komfortautomation ersetzt; ihre Wartung bleibt beim Hersteller oder Fachbetrieb.
- IT-Sicherheit mitdenken. Jede vernetzte Komponente ist ein möglicher Zugangspunkt. Netztrennung, Updates und Zugriffsrechte gehören ins Konzept.
- Rechtliche und förderrechtliche Fragen klären Energieberatung, Fachplanung oder Rechtsberatung. Zu möglichen Förderprogrammen informieren BAFA, KfW und Energieberater.
Häufige Fragen
Kann man Gebäudeautomation nachrüsten, ohne Wände zu öffnen?
In vielen Fällen ja. Funksensoren und funkbasierte Stellantriebe lassen sich auf Putz montieren, Gateways binden vorhandene Anlagen an. Für zentrale Anlagen und zuverlässige Übertragung über große Distanzen bleiben Leitungen aber oft die bessere Wahl. Eine Funkplanung vor Ort klärt, was im konkreten Gebäude möglich ist.
Ist eine Einzelraumregelung im Bestand Pflicht?
Nach § 63 GModG müssen wasserbasierte Heizungsanlagen eine selbsttätige raumweise Temperaturregelung haben; fehlt sie im Bestand, ist sie nachzurüsten [1]. In Nichtwohngebäuden ist für gleichartig genutzte Räume eine Gruppenregelung zulässig. Allgemeine Information, kein Rechtsrat (Stand: Oktober 2026).
Lohnt sich eine Präsenzsteuerung der Heizung im Büro?
Vor allem bei langen, planbaren Leerzeiten, etwa in Besprechungsräumen oder selten genutzten Flächen. Bei kurzen Abwesenheiten wird die eingesparte Energie beim Wiederaufheizen teilweise wieder verbraucht [12]. Eine Messung der tatsächlichen Belegung zeigt, ob sich der Aufwand lohnt.
Wie funktioniert eine Lüftungssteuerung nach CO₂?
Ein Sensor misst die CO₂-Konzentration im Raum oder in der Abluft. Steigt sie, erhöht die Anlage den Volumenstrom, sinkt sie, wird reduziert. Als Orientierung dienen häufig die Leitwerte des Umweltbundesamts mit 1.000 ppm als Grenze für hygienisch unbedenkliche Luft [13].
Gibt es eine KNX-Alternative für die Nachrüstung?
Je nach Aufgabe kommen Funkstandards wie EnOcean oder LoRaWAN, BACnet für die Anlagen- und Managementebene oder Modbus für Zähler und Regler infrage. KNX selbst gibt es auch als Funkvariante [15]. Entscheidend ist, dass das gewählte System offene Schnittstellen bietet und zu den vorhandenen Anlagen passt.
Muss die alte Gebäudeleittechnik komplett ersetzt werden?
Nicht unbedingt. Oft lässt sich die Gebäudeleittechnik modernisieren, indem Gateways und offene Schnittstellen ergänzt und Daten in einer gemeinsamen Plattform zusammengeführt werden. Ein vollständiger Austausch ist sinnvoll, wenn Ersatzteile fehlen oder das System die Anforderungen aus § 56 GModG nicht erfüllen kann [2].
Was gehört zu einer guten Heizungssteuerung im Gewerbe?
Passende Zeitprogramme, eine raumweise oder gruppenweise Regelung, eine richtig eingestellte Heizkurve und ein laufendes Monitoring. Ohne Inbetriebnahme und regelmäßige Kontrolle verliert auch eine gute Regelung mit der Zeit an Wirkung [7][10].
Welche Gebäude fallen unter die Pflicht zur Gebäudeautomation?
Nach § 56 GModG Nichtwohngebäude mit Heizungs-, Klima- oder kombinierten Lüftungsanlagen über 70 kW Nennleistung; die Frist endet am 31. Dezember 2029, mit Ausnahmen bei technischer Unmöglichkeit oder fehlender Wirtschaftlichkeit [2]. Allgemeine Information, kein Rechtsrat (Stand: Oktober 2026).
Quellen
- Bundesministerium der Justiz (Stand Oktober 2026): Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG), § 63 Raumweise Regelung der Raumtemperatur. https://www.gesetze-im-internet.de/geg/__63.html
- Bundesministerium der Justiz (Stand Oktober 2026): Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG), § 56 Gebäudeautomatisierung und Gebäudesteuerung. https://www.gesetze-im-internet.de/geg/__56.html
- Hörner, M. et al., Institut Wohnen und Umwelt (2022): ENOB:dataNWG – Teilbericht Strukturdaten Nichtwohngebäude, Modernisierung Hülle, technische Anlagen, Solar. https://www.iwu.de/fileadmin/publikationen/gebaeudebestand/2022_IWU_Hoerner_ENOBdataNWG-Teilbericht_Strukturdaten-Nichtwohngebaeude.Modernisierung-Huelle-tAnl-Solar.pdf
- Deutsche Energie-Agentur, Gebäudeforum klimaneutral (2023): dena-Gebäudereport, Fokusthema Büro- und Verwaltungsgebäude. https://www.gebaeudeforum.de/fileadmin/gebaeudeforum/Downloads/Gebaeudereport/Gebaeudeforum_GR24_Fokusthemen_Buerogebaeude.pdf
- Deutsche Energie-Agentur (2026): dena-Gebäudereport 2026, Updatebericht April. https://www.dena.de/fileadmin/dena/Publikationen/PDFs/2026/GR_Update_April26.pdf
- Beucker, S.; Schramm, S., Borderstep Institut (2022): Intelligente Gebäudetechnik: Systeme, Kunden, Markt (DiKoMo-Bericht AP 1.1). https://borderstep.de/wp-content/uploads/2023/03/DiKoMo-Bericht-AP-1.1-GA-Systeme-Kunden-Markt_final.pdf
- Deutsche Energie-Agentur, KEDi (2025): Verpflichtende Gebäudeautomation in Nichtwohngebäuden (§ 71a GEG) – Dossier Teil 1: Bestandsgebäude (Titel nach damaliger Zählung; heute § 56 GModG). https://www.dena.de/fileadmin/dena/Publikationen/PDFs/2025/KEDi_Dossier_71a_GEG_Bestand.pdf
- Deutsche Energie-Agentur, KEDi (2024): Verpflichtende Gebäudeautomation in Nichtwohngebäuden (§ 71a GEG) – Dossier Teil 2: Neubau (Titel nach damaliger Zählung; heute § 56 GModG). https://www.dena.de/fileadmin/dena/Publikationen/PDFs/2024/Dossier_Teil_2_Neubau_GEG___71a.pdf
- DIN EN ISO 52120-1:2022: Energieeffizienz von Gebäuden – Einfluss von Gebäudeautomation und Gebäudemanagement – Teil 1: Allgemeiner Rahmen und Verfahren (Normtext kostenpflichtig; Beschreibung hier: NS-EN ISO 52120-1:2022). https://online.standard.no/en/ns-en-iso-52120-1-2022
- Merema, B.; Delwati, M.; Sourbron, M.; Breesch, H. (2018): Demand controlled ventilation (DCV) in school and office buildings: Lessons learnt from case studies. Energy and Buildings 172, 349–360. https://researchportal.be/en/node/4366467
- Cholewa, T.; Siuta-Olcha, A.; Balaras, C. A. (2017): Actual energy savings from the use of thermostatic radiator valves in residential buildings – Long term field evaluation. Energy and Buildings 151, 487–493. https://pub.pollub.pl/publication/6577/
- Woolley, J.; Pritoni, M.; Peffer, T.; Modera, M. (2014): Why occupancy-responsive adaptive thermostats do not always save – and the limits for when they should. ACEEE Summer Study on Energy Efficiency in Buildings. https://www.aceee.org/files/proceedings/2014/data/papers/3-490.pdf
- Umweltbundesamt, Ausschuss für Innenraumrichtwerte (2008, Seite Stand 2022): Hygienische Leitwerte für die Innenraumluft – Kohlendioxid. https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/4031/bilder/dateien/hygienische_leitwerte_0.pdf
- ISO 16484-5:2022: Building automation and control systems (BACS) – Part 5: Data communication protocol (BACnet). https://standards.iteh.ai/catalog/standards/iso/4c55bd34-4aac-48e1-ba7f-ff32ed7e660d/iso-16484-5-2022
- Baunetz Wissen: KNX-Bussystem (Normen EN 50090, ISO/IEC 14543-3; Medien TP, PL, RF, IP). https://www.baunetzwissen.de/elektro/fachwissen/gebaeudesystemtechnik/knx-bussystem-153108
- ISO/IEC 14543-3-10:2020: Information technology – Home electronic systems (HES) architecture – Part 3-10: Amplitude modulated wireless short-packet (AMWSP) protocol optimized for energy harvesting. https://snv-cm-prod-store-app.aks-prod.standardsdigital.no/en/iso-iec-14543-3-10-2020
- eeNews Europe (2012): ISO/IEC wireless standard optimised for ultra-low power consumption and energy harvesting. https://www.eenewseurope.com/en/iso-iec-wireless-standard-optimised-for-ultra-low-power-consumption-and-energy-harvesting/
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